45. Rotenburger Handwerkstag Ein gelungener Abend geht zu Ende

Der Handwerkstag am 12. Februar 2026 in der BBS Rotenburg war mit über 150 Vertreterinnen und Vertretern aus regionalem Handwerk und Politik ein voller Erfolg. Im Mittelpunkt standen Wertschätzung, Austausch und die Frage, wie das Handwerk in Zeiten wachsender Herausforderungen gestärkt werden kann.

Zum Auftakt betonte Norbert Schmudlach, dass das Handwerk das Rückgrat der Gesellschaft bilde, gleichzeitig aber unter steigenden Belastungen leide: „Wenn Handwerksbetriebe ständig gefordert seien, sich wandelnden Rahmenbedingungen anzupassen, müsse auch die Politik bereit sein, Hemmnisse abzubauen und realistische Rahmenbedingungen zu schaffen. Zudem hob er hervor, dass das Handwerk ein zukunftssicherer Berufsweg sei – und keinesfalls „zweite Wahl“.

Landrat Prietz: „Das Handwerk muss weiter glühen“
In seinem Grußwort führte Marco Prietz die Bedeutung des Handwerks bildhaft aus: Es sei „die Mitte unserer Erdkugel“ – ein Zentrum, das Wärme, Energie und Stabilität ausstrahle. Nur wenn dieses Zentrum stark bleibe, könne die Gesamtwirtschaft leistungsfähig bleiben. Prietz richtete seinen Appell ebenfalls an die politischen Ebenen: Bürokratische Hürden müssten konsequent abgebaut und die Stimmen des Handwerks ernst genommen werden. Mit dem Worten „Springt und bewegt euch“ beendete er seine Rede und betonte damit abermals, ein Stillstand ist Rückstand.

Traditionell folgte die Verleihung der Rotenburger Handwerksmedaille – für viele der emotionale Höhepunkt des Abends. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Klaus Brünjes, Archivar der Rotenburger Werke, ein in der Region geschätzter Bewahrer lokaler Geschichte. Brünjes steht wie kaum ein anderer für gelebte Inklusion, außergewöhnliches Durchhaltevermögen und unermüdliches Engagement. Seine präzise archivarische Arbeit, sein herzlicher Umgang und sein unerschütterlicher Wille („Ich will das, also kann ich es auch“) machten ihn zu einem Preisträger, dessen Ehrung im Saal große Begeisterung und emotionale Reaktionen auslöste.

Ein weiterer Höhepunkt an diesem Abend war der spannende Vortrag von Herrn Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler Deutschland e.V. Er gilt als einer der bekanntesten Experten für Steuer- und Finanzpolitik in Deutschland. Seine Vorträge sind besonders, weil er es schafft, komplexe finanzpolitische Themen verständlich, praxisnah und lebendig zu erklären. Dabei kombiniert er für alle leicht verständlich fundiertes Fachwissen mit klarer Sprache, Humor und pointierten Beispielen aus Politik und Alltag. Unter dem Titel „Das Handwerk als gekrümmtes Rückgrat der Wirtschaft: Zahlt der Mittelstand zu viel Steuern?“ analysierte Holznagel im Dreiklang, wie der Staat Einnahmen erzielt, wie öffentliche Mittel eingesetzt werden und welche Rolle Transparenz und Effizienz für eine zukunftsfähige Steuerpolitik spielen.Er ordnete die aktuellen steuer- und finanzpolitischen Entwicklungen ein und stellte die Frage in den Mittelpunkt, welche Weichenstellungen notwendig seien, um wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland wieder anzukurbeln. Dabei verdeutlichte er: Ohne ein starkes, belastbares und fair entlastetes Handwerk könne kein nachhaltiges Wachstum entstehen – in keiner Branche.

Ein starkes Signal für die Region. Der 45. Rotenburger Handwerkstag machte deutlich, dass das Handwerk nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich unverzichtbar ist. Die Mischung aus Wertschätzung, fundierter politischer Analyse, persönlichem Austausch und inspirierenden Impulsen unterstrich die Rolle der Veranstaltung als wichtigsten regionalen Treffpunkt des Handwerks.Mit klaren Botschaften an Politik und Öffentlichkeit, mit einem starken Bekenntnis zu Engagement und Ehrenamt sowie mit dem Fokus auf Zukunftsorientierung sendete der Abend deutliche Signale: Die Handwerksbranche der Elbe-Weser-Region ist engagiert, selbstbewusst – und bereit, die zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre aktiv anzugehen.
 

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