Personalstrategien für das Handwerk

Im Mittelpunkt standen praxisnahe Fachvorträge zu zentralen Fragen des Handwerksalltags. Den Auftakt bildete das Thema Arbeitssicherheit: Wer benötigt eine Fachkraft für Arbeitssicherheit und einen Arbeitsmediziner? Welche Pflichten gelten für Betriebe? Volker Donat, Fachkraft für Arbeitssicherheit, erinnerte an die gestiegenen Anforderungen durch das 2021 eingeführte Arbeitsschutzkontrollgesetz. „Prüfungen können jederzeit stattfinden. Seien Sie vorbereitet“, betonte er. Arbeitgeber seien verpflichtet, sichere Arbeitsplätze zu schaffen und Beschäftigte umfassend zu Gefährdungen und Schutzmaßnahmen zu unterweisen. Diese wiederum müssten die Vorgaben einhalten. Großes Interesse zeigte das Publikum an den finanziellen Fördermöglichkeiten für Mitarbeiterqualifizierungen, die Marco Köhlenbeck von der Agentur für Arbeit vorstellte. Angesichts des regional spürbaren Fachkräftemangels bieten Weiterbildungszuschüsse, Qualifizierungsprogramme und Förderinstrumente vielen Betrieben wichtige Perspektiven, um ihre Mitarbeitenden langfristig zu binden und zu entwickeln. Als moderne Alternative zur klassischen Bankbürgschaft wurde zudem die VHV-Kautionsversicherung von Markus Dräke präsentiert.

Nach einer kurzen Kaffeepause rückte ein Thema in den Fokus, das immer mehr – auch kleinere – Betriebe betrifft: Cyberangriffe. „Es kann jeden treffen. So schnell kann man gar nicht gucken, da ist man schon auf die Masche hereingefallen“, warnte Günter Grünebast., Experte für Cybersicherheit der Signal Iduna. Jeder vierte Betrieb sei bereits Opfer eines Angriffs geworden, die durchschnittliche Betriebsunterbrechung liege bei 4,2 Tagen – mit erheblichen finanziellen Folgen. Prävention, Schulungen und die Sensibilisierung der Mitarbeitenden seien daher entscheidend. „Das Problem sitzt meistens 20 Zentimeter davor“, so Grünebast mit Blick auf menschliche Fehler als häufigste Ursache. Auch der Einblick ins Arbeitsrecht stieß auf großen Zuspruch. Lars Meyer von der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser zeigte locker und verständlich, wie relevant klare arbeitsrechtliche Strukturen gerade für kleinere Betriebe sind und wie sie Konflikte sowie Unsicherheiten vermeiden können. Zum Abschluss informierte Juliane Hermes, ebenfalls von der Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser, über Möglichkeiten der Ausbildungsförderung, Unterstützungsangebote für Innungsbetriebe sowie über Erwartungen und Besonderheiten der Generation Z. Sie zeigte auf, wie entscheidend es ist, sich auf neue Erwartungen, Werte und Kommunikationsformen junger Menschen einzustellen, um als Ausbildungsbetrieb attraktiv zu bleiben.

Die Veranstaltung bot nicht nur fundierte Fachinformationen, sondern vor allem eine Plattform für Austausch und Vernetzung. Viele der anwesenden Betriebe nutzten die Gelegenheit, ihre Erfahrungen zu teilen und konkrete Lösungsansätze mitzunehmen. Wir, die Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser möchten die erfolgreiche Vortragsreihe künftig weiter ausbauen und so ein wichtiges Signal für ein starkes und gut vernetztes Handwerk in der Region zu setzen.

 

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